CHRONIK 1960-1969
1950-1959 | 1960-1969 | 1970-1979 | 1980-1989 | 1990-1994
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1960 Flugplatztourismus |
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Im April dann der nächste Unfall mit
tödlichem Ausgang. OLtzS H.
(Anmerkung: Name ist bekannt,
siehe *1) verlor beim Absturz seiner Sea Hawk (VB+123)
das Leben. Er war damit schon der vierte getötete Pilot
innerhalb der letzten zwei Jahre.
Nach dem Abschuss von
Raketen auf ein Seeziel vor Todendorf/Ostsee bekam das
Flugzeug Wasserberührung und stürzte in die Ostsee. Die
Ursache des Unfalls wurde bis heute nie gänzlich
geklärt. OLtzS Hanss hatte da mehr Glück. Er musste mit seiner Sea Hawk Aufgrund eines blockierenden Fahrwerks eine Bauchlandung machen. Das Flugzeug wurde schwer beschädigt, konnte aber instand gesetzt werden.
Da
im Frühjahr auf dem Fliegerhorst gebaut wird, verlegen
das 1.MFG und 2.MFG den Flugbetrieb für die Zeit vom
14. - 27. Mai zum Jagdgeschwader 72 auf den
Luftwaffenstützpunkt Leck an der dänischen Grenze. Die
Luftwaffe flog dort die
F-86 Sabré Mk.6, ein
einstrahliger Tagjäger.
Der erste Flugunfall mit einer Gannet verlief am 27. Juli zum Glück glimpflich. Bei der Bauchlandung in Jagel wurde das Flugzeug nur leicht beschädigt.
Das
das neue Marine-Geschwader das Interesse in
Öffentlichkeit und Politik auf sich zog, war von
vornherein abzusehen. Ab Juni gaben sich die Besucher
gegenseitig die Klinke in die Hand.
Neben all der Prominenz kamen auch jede Menge
Platzfremde Flugzeuge nach Jagel. So nutzte die
Schwedische Luftwaffe den Marinefliegerhorst als
Zwischenlandeplatz und Tankmöglichkeit für ihre
Saab
Safir Schulflugzeuge. Die Flugzeuge sind kurz zuvor nach
Tunesien verkauft worden und befanden sich jetzt auf dem
Luftweg in die neue Heimat. |
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1961 Kunstflugteam "Fliegende Fische" und 1.Großflugtag |
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Für alle bereits
ausgebildeten Piloten begann dagegen das komplexe Fighter Bomber
Training in Luke AFB (Arizona, USA) auf
F-84F Thunderstreak und Lockheed T-33
Am 23. Januar
konnten die Marineflieger einen Vertrag mit dem zivilen Luftsport
Verein (LSV) unterzeichnen. Darin wird die Mitnutzung des
Flugplatzes an Wochenenden durch den LSV geregelt und
genehmigt.
Der
Abschiedsmusterung von
VAdm
Ruge (Inspekteur der Marine) am 12. April folgte wenig später der
Abschiedsbesuch des britischen Generals
Murray
(CINCNORTH).
Der erste Besuch
einer Gaststaffel aus Dänemark konnte vom 2. - 4. Mai begrüßt
werden. Die Gäste kamen mit
ihren
F-84 Thunderjet für den
deutsch-dänischen Erfahrungstausch und gemeinsame Übungsflüge.
Die Bewohner der
Umgebung bekamen im Sommer schon mal einen Eindruck von der
Laufstärke des kommenden Jet-Zeitalters und von donnernden
Triebwerken mit Nachbrennern in Jagel. Am 10. Juni landeten vom
Pariser Aero-Salon in Le Bourget kommend die ersten Überschall
schnellen
F-4 Phantom II und eine
A-5 Vigilante (beide damals noch
in der Erprobungs-Endphase). Einige Piloten des 1.MFG hatten die
Möglichkeit auf dem Rücksitz der amerikanischen Testmaschinen, erste
Flugerfahrungen auf diesen modernen Jets sammeln zu können.
Am 14. Juni
stürzt LtzS Klütsch zwischen Hamdorf und Prinzenmoor westlich von
Rendsburg im Tiefflug mit seiner Sea Hawk (VA+224) ab. Im Augenblick
des Aufschlags versuchte er noch sein Flugzeug per Schleudersitz zu
verlassen, vergeblich. Am Boden wird eine Person durch Trümmerteile
verletzt. Vom Jahresbeginn
bis zum 31. August 1961 gingen nach offiziellen Angaben des
Verteidigungsministeriums 31 Maschinen der Bundeswehr zu Bruch -
darunter 23 Düsenflugzeuge im Wert von 64 Millionen Mark. Bei diesen
Abstürzen kamen 32 Piloten ums Leben. Allein in den Monaten Juni bis
August 1961 verunglückten in Schleswig-Holstein sieben Flugzeuge.
Der Schaden wurde auf etwa 33 Millionen Mark geschätzt. Da sich die
Unfälle in sehr ernster Weise häuften, fassten die Befehlshaber von
Luftwaffe, Heeresflieger und Marineflieger den Entschluss, die
Unfallursachen in größerem Rahmen überprüfen zu lassen.
Fahrlässigkeit der Piloten oder gar Sabotage konnten schnell
ausgeschlossen werden. Menschliches Versagen ist Ursache Nummer Eins
und deutet auf gravierende Probleme der Piloten hin, sei es durch
Überforderung in den Einsatzprofilen oder infolge mangelhafter und
zeitlich forcierter Ausbildung. In der Ausgabe
44/1962
ging das Nachrichtenmagazin
DER SPIEGEL noch näher auf dieses Thema ein.
Bundeskanzler
Konrad Adenauer besuchte am 11. August das 1.MFG. Begleitet
wurde er vom Ministerpräsident von Schleswig-Holstein,
Kai-Uwe von Hassel. Nach der Begrüßung durch Kommodore, KptzS
Klümper ließen sie sich über Aufgaben und Einsätze der Marineflieger
berichten. Wenige Tage vor Kanzler Adenauer und Ministerpräsident
von Hassel besuchte Bundespräsident
Lübke das 1.MFG.
der Royal Navy, der Royal Air Force, der
US-Air Force, der deutschen Luftwaffe und Heeresflieger. Nachdem heute militärische Flugtage immer seltener werden, gab es damals sogar deutsche Kunstflugteams. Jedes Geschwader, das etwas auf sich hielt, betrieb ein solches Team. Es gab zwischen den einzelnen Teams regelrechte Konkurrenzkämpfe über den schönsten Anstrich oder die spektakulärsten Flugvorführungen. Das „ACRO-Team“, das Kunstflugteam der FFS“A“ aus Landsberg verzauberte mit seinen fünf Fouga Magister die Zuschauer am Boden.
Die
Marineflieger des 1.MFG stellten als eigenes Kunstflugteam, die
„fliegenden Fische“. Monatelang übte das Team mit seinen fünf Sea
Hawk über dem Flugplatz seine Flugmanöver und wurde dabei schon von
etlichen Zaungästen bestaunt. Die Piloten dieser großartigen
Vorführung waren OLtzS
Ziebis, OLtzS Zander, OLtzS
Feldes, OLtzS
Hanns und OLtzS
Hausmann. Als Mitte der 60er Jahre das Team des JaboG31 „Boelcke“ aus Nörvenich komplett auf einen Schlag mit seinen vier F-104 Starfightern abstürzte und ums Leben kam, wurde ein Betreiben von Kunstflugteams in Deutschland verboten. Der Unfall in Ramstein Ende der 80er Jahre mit 70 Toten und 345 Schwerverletzten tat sein Übriges dazu. Zum Bedauern aller Kunstflug-Anhänger wurden die „Fliegenden Fische“ nach dem Großflugtag wieder aufgelöst. Technische Ausstellungen rundeten das Programm ab. Soldaten des Heeres bauten zwei Fußgängerbrücken über die angrenzende E3/B77 damit die Besucher ohne Gefahr zu ihren Autos kamen. In einer positiven Abschlussbilanz tauchten zwei Besucher auf, die beim Betreten des Platzes nicht gezählt worden waren. Unter dem Lärm der Triebwerke erblickten sie das Licht der Welt. Der Zahnarzt verbuchte neun entfernte Zähne und das Feldlazarett einen entfernten Blinddarm. Die Nacharbeiten dieses großartigen Tages beschäftigte ca. 500 Soldaten zwei weitere Tage lang. Allein für die Müllbeseitigung wurden im Flugbetriebsbereich 20 LKW-Ladungen Unrat gesammelt und entsorgt.
Mit Schreiben BMVg FüM III 1 vom 2. August wird das Kommando der Flotte mit der Durchführung einer Neugliederung, Neuaufstellung und Umbenennung aller Marinefliegerverbände beauftragt und die Umsetzung zum 1. Oktober angeordnet. Mit Wirkung dieses 1. Oktober wurde die Ausbildungsgruppe aus dem 1.Marinefliegergeschwader herausgelöst und dem 2.Marinefliegergeschwader unterstellt. Die 1.Aufklärungsstaffel, welche schon seit Dezember 1959 dem 1.MFG unterstellt war, wird nun auch aus disziplinar-, und truppendienstlicher Hinsicht aus dem 2.MFG heraus gelöst und voll dem 1.MFG angegliedert.
Die Gebäude des Flugplatzes, die bisher von der Royal Air Force genutzt wurden, sind am 3. November offiziell an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben worden. |
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1962 ab jetzt als Marinefliegergeschwader 1 |
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Ein weiterer Unfall
war am 28. Mai die Explosion einer
Sea
Hawk beim Start. KptLt Steindorff
konnte sich rechtzeitig retten. Ein Unfall mit einer
Gannet des 2.MFG
ereignete sich nur eine Woche später am 7. Juni auf der Startbahn in
Jagel. KptLt Kiepp hatte das Fahrwerk beim Start zu früh einzog. Statt
nach oben ging‘s noch ein Stück weiter nach unten und die Gannet rumpelte
arg gerupft über die Bahn bis sie stark lädiert auf der Bahn liegen blieb.
Die Besatzung blieb unverletzt.
Am 1. Juli wird das
Geschwader erneut umbenannt. Im Rahmen einer Neuorganisation wurde das
1.Marinefliegergeschwader (1.MFG), welches bisher mit seiner
Geschwadergliederung nach englischem Muster betrieben wurde, auf das neue
deutsche Luftwaffensystem nach F-104 StAN umgestellt. Gleichzeitig wurde
das Geschwader in Marinefliegergeschwader 1 (MFG1) umbenannt. Auch der
Aufbau der Staffeln änderte sich mit dem neuen System. Mehrzweckstaffel
und Aufklärungsstaffel wurden aufgelöst und als 1. sowie 2.fliegende
Staffel neu aufgestellt. Der „Commander Air“ im Stab des Kommodore wurde
durch den Kommandeur Fliegende Gruppe ersetzt. Die Technische Staffel
sowie die Versorgungs-, und Transportstaffel wurden ebenfalls aufgelöst
und innerhalb der neu geschaffenen Technischen Gruppe als
Instandsetzungsstaffel, Wartungsstaffel, Elektronik-, u. Waffenstaffel
sowie Nachschubstaffel aufgestellt. Der T-Stab (Stab Technische Gruppe)
und der Kommandeur Technische Gruppe bilden die Spitze dieser vier neuen
Staffeln.
bisherige
Geschwaderaufstellung:
Mehrzweckstaffel
(MZ-Stff)
Aufklärungsstaffel (AK-Stff)
Technische Staffel (T-Stff)
Versorgungs- und Transportstaffel (WvT-Stff)
neue
Geschwaderaufstellung
Fliegende Gruppe
Stab fliegende Gruppe (F-Stab)
1.fliegende Staffel
2.fliegende Staffel
Technische Gruppe
Stab Technische Gruppe (T-Stab)
Instandsetzungsstaffel (TI)
Wartungsstaffel (TW)
Elektronik- und Waffenstaffel (TE)
Nachschubstaffel (TN)
Horstgruppe
Fliegerhorstfeuerwehr
Kraftfahrzeugstaffel
Bodenverteidigungsstaffel
Sanitätsstaffel
Mitte des
Jahres wurde über die Start-, Landebahn eine Fanganlage für Notfälle
installiert. Sie bestand aus schweren Ankerketten und einem Fangseil.
Bevor die Anlage offiziell in Betrieb genommen werden sollte, müsste sie
erst einmal getestet werden. Am 13. Juli erhielt OLtzS Kiermayr den Befehl,
sich mit seiner Sea Hawk
(RB+362)
nach der Landung von der neuen Halteeinrichtung
stoppen zu lassen. Die Geschwaderprominenz stand am Ende der Bahn und
wartete angespannt auf dieses Ereignis. Die Maschine schwebte zum Anflug
herein, setzte auf und rollte auf die Fanganlage zu. Der Fanghaken des
Flugzeugs griff in das Fangseil, es knirschte und krachte, das Seil riss,
schlug Funken und setzte die Maschine in Brand. Entsetzt sahen die
Zuschauer, wie die Sea Hawk neben der Bahn auf der Wiese zum Stehen kam
und in Flammen aufging. Der Pilot sprang mit einem Satz aus dem Cockpit
und nahm die Füße in die Hand. Nachdem er nun endlich außer Atem, aber
sonst gänzlich unversehrt, vor Kommodore KptzS Klümper stand, fragte ihn
dieser: „Wie sind sie denn bloß raus gekommen?“ Seine klassische Antwort
lautete kurz und knapp: „Zu Fuß Herr Kapitän, zu Fuß!“
Das der Flugplatz
Jagel mit zwei Geschwadern vollkommen überbelegt ist und Platzmangel an
der Tagesordnung steht, ist schon fast zur Normalität geworden. Am 17.
Juni zeichnete sich aber ein erster kleiner Lichtblick am Horizont ab. Ein
Vorkommando des MFG2 verlegte unter Führung von KptLt Kühne nach
Altenwalde, um die Übernahme des Fliegerhorstes Nordholz durch das MFG2
vorzubereiten. Der Platzmangel hatte in Jagel jedoch auch etwas Positives.
Es war bis hierhin nicht unüblich, dass ein Teil des Personals für beide
Geschwader gleichzeitig gearbeitet hatte. So war die Nachschub- und
Transportstaffel bis zum 1. Juli im MFG1 integriert und musste für das
MFG2 aus dessen Betrieb herausgelöst werden. Die Herauslösung der
Elektronik- und Waffenstaffel erfolgte am 10. Juli.
Am 24. Juli beschädigt LtzS Bredl seine Sea Hawk (RB+249) durch eine harte Landung so schwer, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnte und das Luftfahrzeug abgeschrieben wurde. Dies war der vierte schwere Unfall innerhalb der letzten vier Monate. OLtzS Schulze machte es LtzS Bredl am 28. August gleich und beschädigte seine Sea Hawk bei der Landung. Dass das Jahr 1962 kein gutes für die Sea Hawk war, zeigte sich spätestens am 12. Oktober, als die Maschine von KKpt Sander (RB+376) abstürzte. Er konnte sich nicht mehr retten und verstarb bei dem Unfall. Über die Unfallursache ist nichts weiter bekannt. Als Traurige Zwischenbilanz bis Ende 1962 verlor das Geschwader in den letzten Jahren 6 Piloten mit ihren Sea Hawks, sieben Unfälle mit schweren Schäden an den Flugzeugen. Der Absturz einer Fouga Magister forderte zwei Opfer. Mit der Gannet wurden zwei Unfälle verzeichnet, wobei es zum Glück nur bei Materialschäden blieb.
Eine schwere Krise die
für weltweites Aufsehen sorgte, zeichnete sich am 14. Oktober auf der
Karibikinsel Kuba, die sogenannte „Kubakrise“ ab. Innerhalb von wenigen
Stunden machten sich die ersten Auswirkungen auch in Kropp und Jagel
bemerkbar. Während Agenten der Sowjetunion und der USA versuchten, jeweils
ihre eigenen Interessen durch zu setzten und ihre Macht demonstrierten,
wurde das Personal des MFG1 im fernen Norddeutschland in Alarmbereitschaft
versetzt. Persönlichen Sachen und Gegenstände wurden eingelagert. Während
das Personal Einsatzbereitschaft herstellt und auf seine Befehle wartet,
wird in einer Besprechung über den eventuell bevorstehenden Einsatz sehr
schnell klar, dass kein einziges Flugzeug des MFG1 für mögliche
Kampfhandlungen mit dem Gegner ausreichend tauglich erscheint. Nach 13
Tagen, die die Welt beinahe für immer verändert hätten, entspannte sich
die Lage wieder. Die Welt stand vor und nach der Krise nie wieder so dicht
vor einem Atomkrieg.
Zum Ende des Jahres
sah der „Fuhrpark“ des Geschwaders wie folgt aus:
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1963
der Flug des Hauptgefreiten
Metzger |
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Kronprinz
Konstantin
von Griechenland besuchte am 17. Januar das Geschwader und informierte
sich über die Aufgaben des Geschwaders.
Mit dem 1. April wurde
das Leben auf dem Fliegerhorst Jagel um einiges ruhiger. Das MFG2, welches
seit 1958 Jahren als Dauergast in Jagel präsent war, verlegte innerhalb
weniger Tage nun endgültig auf seinen Heimatplatz Nordholz. Dieser war
bisher wegen Bauarbeiten noch nicht für den Flugdienst zu gebrauchen. FKpt
Lorenz (Kommodore MFG2) führte die Verlegung im Hinblick auf die dort
ebenfalls wie im MFG1 bevorstehende Umrüstung auf F-104 Starfighter.
Vom 23. - 26. Mai
feierten die Marineflieger ihr 50 jähriges Bestehen mit einem „Tag der
offenen Tür“ beim MFG5 in Kiel-Holtenau, an dem sich auch das MFG1
beteiligte.
Das erste „TAC EVAL“
(Geschwaderüberprüfung auf NATO-Ebene) des Geschwaders fand vom 9. - 13.
Juni statt und konnte erfolgreich beendet werden.
Am 14. Juni, nur einen
Tag nach dem „TAC EVAL“ gab es wieder einen tödlichen Flugunfall. KptLt
Lange stürzte vor der schottischen Küste mit seiner Sea Hawk (VB+122) ab.
Er ist damit bereits der 7. Pilot in der noch recht kurzen
Geschwadergeschichte, der durch einen Unfall sein Leben verlor.
Mitten in den
Umbaumaßnahmen auf dem Flugplatz übergab während einer Geschwadermusterung
Kommodore KptzS Klümper seinen Dienstposten an seinen Nachfolger KptzS
Jung.
Die Marineflieger hatten der Beschaffung des F-104 Starfighter nur sehr wiederwillig und zähneknirschend zugestimmt. Das Wunschflugzeug für die anspruchsvollen Einsätze über See sollte zweistrahlig und zweisitzig sein. Das traf vor allem auf die Buccaneer und die F-4 Phantom II zu. Beides waren Flugzeuge, die für die speziellen Bedürfnisse der Royal Navy und der US Navy entworfen wurden und alle Mindestforderungen übertrafen. Letztlich musste man sich wie so oft der Macht der Politik beugen, welche selten nach den Verwendungsmöglichkeiten eines solchen Flugzeugs urteilt. Der Finanzielle Gedanke und das eine oder andere Schmiergeld (was leider nie nachgewiesen wurde) sorgte dann dafür, dass sich die Marine dem Großauftrag der Luftwaffe anschloss und bei der Firma Lockheed den Starfighter bestellte. Am 10. September landete die erste eigene F-104G Starfighter auf Jagelaner Boden. Am Steuer saß KptLt Hanss, welcher die Maschine direkt vom Hersteller ins Geschwader überführte. Alles was Rang und Namen hatte, war vor Halle 31 angetreten um die neue Maschine zu empfangen. Da neue Waffen und Waffensysteme in der Regel der Geheimhaltung unterliegen, wurde das Flugzeug unter strenger Bewachung sogleich in die Halle 31 verfrachtet. Selbst die Mechaniker hatten ihre liebe Müh und Not um an die Maschine für Wartungsarbeiten und Inspektionen heran zu kommen. Als immer mehr Flugzeuge im Geschwader eintrafen, legte sich diese Sicherheitshysterie. Die ersten drei Flugzeuge wurden noch ohne Sichtschutzanstrich ausgeliefert.
Die 1. Fliegende
Staffel wurde planmäßig ab dem 1. Oktober auf die F-104G Starfighter
umgerüstet. Die 2. Staffel wird die Ausbildung der Nachwuchspiloten auf
der Sea Hawk forcieren, um das Umsteigen auf die Hundertvier zu
erleichtern. Obwohl der Zulauf von neuen Flugzeugen zügig vorangeht, ist
der Einsatz wegen fehlender Bodendienstgeräte nicht möglich. Der Erstflug
einer F-104G Starfighter des MFG1 erfolgt am 11. November. Dabei handelte
es sich um eine zweisitzige Trainerversion TF-104G mit KptLt Zander am
Steuer.
Der Um- und Ausbau des
Kasernenbereichs in Kropp ging seit Monaten mehr oder weniger unauffällig
aber unaufhaltsam weiter. Am 21. November konnte die neue Sporthalle durch
Kommodore, KptzS Jung eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden.
Kurz vor Jahresende
war am 17. Dezember noch der Tod von OLtzS Töpert zu beklagen, als dieser
mit seiner Sea Hawk (VB+120) vor der schottischen Küste abstürzte. |
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1964
im Zeichen des
Starfighter |
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Der Jahreswechsel brachte nicht nur ein neues Flugzeugmuster nach Jagel. Ab
sofort bilden die „Fliegende Gruppe“, die „Technische Gruppe“ und die
„Horstgruppe“ die drei festen Säulen, auf die der Verband organisatorisch
aufgestellt ist. Ihnen ist jeweils ein Kommandeur zugeordnet.
Der Auftrag des Geschwaders lautet:
Seekrieg aus der Luft in der Jagdbomberrolle mit Bordwaffen, Raketen,
Bomben, Napalm und Luft-Boden-Raketen AS.30, mit Sicht- und Radaraufklärung
als Zweitrolle. In der Wartungsstaffel
beginnen im April die AAP-8 Ausbildungen für die F-104. Diese Umfasst neben
Theoretischem und praktischem Anteil auch zusätzliche militärische
Komponenten.
Dass die Lieferung der neuen Flugzeuge schnell vorankommt, sah man daran,
dass die letzte Einsatzmaschine bereits am 4. Juni ans Geschwader
ausgeliefert werden konnte. Am 14. Juni führte das MFG1 mit ihren Sea Hawk
und F-104 Starfighter Schauflüge für den „Tag der Flotte“ über den
Liegeplätzen seiner Schiffe durch. Der anfängliche Flugbetrieb lief jedoch
eher schleppend und recht spärlich. Die Wartungsmannschaft war froh, wenn es
ihnen gelang 5 bis 10 Flugzeuge pro Tag in die Luft zu bekommen.
Die bestehende Infrastruktur in Jagel wies für ein modernes Luftfahrzeug
dieser Zeit sehr große Mängel auf. Ausgedehnte Bauarbeiten veränderten das
Aussehen des Fliegerhorstes und verbesserten die Infrastruktur des
Geschwaders in zunehmendem Maß. Am 15. Mai wurde mit dem Bau eines neuen
Towers begonnen und kurz darauf der neue Gefechtsstand des MFG1 seiner
Bestimmung übergeben. Im Ost- und Westbereich des Platzes werden Gebäude für
die die 1. und 2. fliegende Staffel geschaffen und widerstandsfähige
Unterstände, so genannt „Shelter“ als nach außen geschlossene Stellplätze
für Flugzeuge gebaut. Eine neue Ringstraße entlang des Flugplatzzaunes sorgt
von nun an für mehr Sicherheit auf dem Fliegerhorst.
Die neu gebaute Landebahn 05/23 konnte am 28. Mai in Betrieb genommen
werden. Mit einer Länge von 3000 Metern und einer modernen Fanganlage
war sie für die schnellen Düsenflugzeuge der Zukunft gut gerüstet.
Mit der Einführung einer zentralisierten Technik wurde ein gesteuerter
Flugbetrieb ermöglicht. Zuvor wurde durch ein primitives „Ober sticht Unter“
jeglicher geregelter Flugbetrieb nahezu unmöglich gemacht. Ein
kontinuierliches Abfliegen von planbaren Stunden war nicht möglich. Mensch
und Material wurden dadurch unnötig verschlissen. Durch die neue strenge
Regelung, welche durch General Steinhoff (Kommandeur 4. Luftwaffendivision)
veranlasst wurde, verbesserten sich die Flugunfallrate und die
Flugsicherheit wesentlich.
In der Zwischenzeit begab sich Vizeadmiral Albert Henri Johan von der
Schatte Olivier (Oberbefehlshaber Königlich Niederländische Marine) am 15.
April zu einem kurzen Informationsbesuch auf den Fliegerhorst Jagel.
In Lossiemouth (Schottland) wurde am 17. September ein Gedenkstein für KptLt
Lange eingeweiht, der am 14. Juni 1963 vor der schottischen Küste abstürzte.
Am 8. Oktober begann die 1. PE (Periodic Inspection) an einer „F-104 G
Starfighter“ in der Halle 36. Die Inspektion an der 22+16 (ehem. VA+107)
erfolgte durch die Firma VFW.
In der Zeit vom 10. - 24. Oktober beteiligte sich OLtzS
Hinrich John
(mehrfacher deutscher Meister) erfolgreich an den Olympischen Spielen in
Tokio. Beim 110m Hürdenlauf belegte er mit 14,1 Sekunden den fünften Platz. |
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1965
"Der Nachbrenner" |
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Der gute
Ausbildungsstand der Piloten und Techniker erlaubte es dem Geschwader am
1. April, die 1. Staffel mit 15 Starfightern, der NATO als bedingt
einsatzbereit zu unterstellen. Zuvor jedoch verlor das MFG1 am 18. März
einen Starfighter (VA+116) durch Absturz. Der Pilot, OLtzS Baumann
verlor sein Leben, als sein Flugzeug im Tiefflug über See Kontakt mit
der Wasseroberfläche bekam. Eine weitere F-104 (TA+163) ging am 26.
April durch Absturz verloren. Die Piloten OLtzS Rösner und OLtzS Lutz
konnten ihre zweisitzige Trainermaschine mit dem Schleudersitz
verlassen. OLtzS Rösner ereilte 1966 erneut das Schicksal. Er musste
wegen eines Triebwerkschadens wieder seinen Starfighter mit dem
Schleudersitz verlassen. Durch einen vermutlichen Fehler von Pilot und
Wart am Boden, wurde der Verschluss des Fallschirmes nicht eingehängt.
Dadurch konnte sich der Schirm nicht öffnen und der Pilot wurde beim
Aufschlag auf den Boden getötet.
Bundesverteidigungsminister
Kai-Uwe von Hassel
überreicht am 23. April dem MFG1 an der MUS (Marine Unteroffizier
Schule) in Plön die Truppenfahne. Insgesamt 20 Marineeinheiten nahmen an
diesem Zeremoniell im Beisein von VAdm
Zenker (Inspekteur der Marine)
teil. Nach einem Marsch durch die Gemeinde Kropp, der die neue Fahne am
30. April vorgestellt wurde, fand sie ihren endgültigen Platz im
Dienstzimmer des Kommodore.
In
einer Pressekonferenz am 5. Mai, teilte Vizeadmiral
Mahlke (Flottenchef)
der Öffentlichkeit mit, dass die Umrüstung auf die F-104 Starfighter
abgeschlossen ist und das Geschwader bis zum Jahresende der NATO voll
kampfbereit zu Verfügung stehen soll.
Kommodore, KptzS
Berthold Jung übergab am 14. Mai in einer großen Geschwadermusterung den
„Chef-Sessel“ zum 1. Juli an seinen Nachfolger, FKpt
Günter Luther. KptzS Jung
wechselt nach Kiel und wird Stabschef des Befehlshabers der Flotte. FKpt
Luther, der neue Kommodore ist den Geschwaderangehörigen kein
Unbekannter und war bisher als Kommandeur der Fliegenden Gruppe im MFG1
tätig. Er war in den Anfangszeiten der Bundeswehr einer der ersten
Piloten, die ihre Flugzeugführerausbildung in den USA absolvierten.
Rund 50.000 Besucher
kamen am 12. Juni zum „Tag der Marine“ auf den Fliegerhorst Jagel. Der
Großflugtag wurde von Kommodore, KptzS Luther feierlich eröffnet. Zum
ersten Mal, wurden der Bevölkerung der Betrieb und die Lautstärke der
neuen Starfighter demonstriert. Das Geschwader hatte zu diesem Zeitpunkt
einen Personalstand von 1564 Soldaten und 47 Flugzeugen im „Fuhrpark“.
Bis zur kompletten
Einsatzreife der F-104 wurden die letzten Übungsflüge auf den alten Sea
Hawks geflogen. Am 30. Juni 1965 verließ die letzte einsatzfähige Sea
Hawk das Geschwader. Diese wurden alle komplett an das neu aufgestellte
MFG2 nach Nordholz überführt. Damit enden die aktive Zeit und die
Assignierung der deutschen Sea Hawk in Jagel und der NATO. Einen Tag
später wurde in der 2. Fliegenden Staffel die F-104 Starfighter in
Betrieb genommen und die Staffel der NATO als „bedingt Einsatzbereit“
gemeldet. Aufgrund technischer Probleme in den angebauten Pylontanks
sank der Klarstand von anfangs 16 Flugzeugen auf zwischenzeitlich 8
Flugzeuge. Nachdem die Ursachen für die Probleme gefunden waren, stieg
der Klarstand auf bis zu 27 Maschinen.
In etwa zur gleichen
Zeit wurde auch mit dem Neubau von 15 Unterkunftsblöcken im
Kasernenbereich in Kropp begonnen.
Am 10. September
meldet der Kommodore KptzS Luther den ersten Flugsimulator für die F-104
Starfighter als „ready for training“.
Nach der Umrüstung
auf F-104 sollte das MFG1 erstmals wieder an einem Flottenmanöver
teilnehmen. „BOTANY BAY“ war vom 13. – 24. September als Großübung
angesetzt.
Im Oktober begann
der Aufbau der Sportfluggruppe im Geschwader. Die bereits 1959 durch
Erlass des Bundesverteidigungsministerium beschriebenen Ziele waren
neben sportlicher Ertüchtigung beim Erwerb von Luftfahrerscheinen für
Segel- und Motorflugzeugen auch die Steigerung der Dienstfreudigkeit,
Kameradschaftspflege, Kontaktpflege zur zivilen Sportfliegerei auch der
Nachwuchswerbung für den fliegerischen Dienst innerhalb der Bundeswehr.
Für den Soloschein auf Motorflugzeugen war eine Ausbildungszeit von ca.
1½ Jahren vorgesehen.
Im Oktober besuchte
VAdm
Zenker (Inspekteur der Marine) den Fliegerhorst, um den Alltag im
Geschwader kennen zu lernen.
Im Dezember wurde FKpt Lemp als Kommandeur der Technischen Gruppe von KKpt Klemmusch abgelöst. FKpt Lemp verlässt das MFG1 und wird am 20. Dezember zum neuen Kommodore des MFG2 in Nordholz ernannt. |
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1966
immer wieder Abstürze |
Das Jahr 1966 brachte kaum Veränderungen
im Geschwader mit sich. Die Umbauten auf dem Fliegerhorst und die Umrüstung
auf
F-104 Starfighter
waren nahezu komplett abgeschlossen.
Am 18. März fand für die Piloten ein
erstes
Überlebenstraining auf See in List/Sylt statt. In etwa zur gleichen
Zeit stellte das Geschwader auch eine Box-Staffel auf, die beim
Vergleichskampf gegen Holstein Kiel leider mit 21:5 Punkten unterlag.
Erfolgreicher waren da die Langläufer. Bei drei Waldläufen konnten in der
Nähe von Schleswig zwei 1. und je ein 4. sowie ein 5. Platz belegt werden.
Gleich nach dem Start in Jagel stürzte am
2. Mai OLtzS Rösner wegen eines Kompressor-Stall im Triebwerk mit seinem
Starfighter (VA+104)
ab. In der Nähe der Gemeinde Börm betätigte er noch den Abzugsgriff des
Schleudersitzes. Durch einen vermutlichen Fehler von Pilot und Wart am
Boden, wurde der Verschluss des Fallschirmes nicht eingehängt. Dadurch
konnte sich der Fallschirm bei diesem Sitzausschuß in ca. 500m Höhe nicht
öffnen. OLtzS Rösner verstarb trotz erster Hilfe durch einen am Absturzort
zufällig anwesenden Landwirt. Bereits im Jahr zuvor hatte er seine Maschine
wegen eines Triebwerksausfalls mit dem Schleudersitz verlassen müssen.
In der Zeit vom 3. - 12. Mai nahm das
MFG1 am NATO-Manöver „BRIGHT HORIZON“ teil. Auf einem dieser Übungsflüge
stießen am 10. Mai in der Nähe des Feuerschiffs „Texel“, KptLt Winkler und
OLtzS Stehr mit ihren Starfightern (VA+115
&
VB+240)
bei schlechter Sicht in der Luft zusammen. Beide verloren ihr Leben beim
Absturz. Bei den Sucharbeiten wurden neben den beiden Piloten lediglich die
Schlauchboote, welche sich bei Kontakt mit Wasser automatisch aufblasen,
gefunden. Damit verlor das Geschwader innerhalb von acht Tagen 3 Piloten und
dessen Flugzeuge. Das tragische an den Abstürzen war aber auch, dass alle
drei Luftfahrzeuge von demselben 1.Wart abgefertigt wurden. OMt Steinberger
hatte es seelisch so sehr mitgenommen, dass er sich erst einmal aus dem
Dienst auf der Flight-Line zurück zog und in den Innendienst wechselte.
Eine Freizeit- und Begegnungsstätte für
Soldaten und Zivilisten soll das neue Soldatenheim in Kropp werden. Es wurde
nach
nur 1½ jähriger Bauzeit im Februar 1968 feierlich seiner
Bestimmung übergeben.
Am 19. August wurde Kommodore
Luther
vom Fregattenkapitän zum Kapitän zur See befördert.
Am 20. September hatte das MFG1 wieder
hohen Besuch zu vermelden. General
de
Maizière (Inspekteur der Bundeswehr) und VAdm
Zenker
(Inspekteur der Marine) waren die beiden Gäste im Geschwader.
Das die
F-104 Starfighter
ein Flugzeug ist das keine Fehler
verzeiht, zeigte sich am 18. Oktober. OLtzS
Engelmann
musste seine Maschine (VA+145)
aufgrund eines Triebwerkausfalls mit dem Schleudersitz verlassen und wurde
in einer dramatischen Rettungsaktion aus der aufgewühlten kalten Nordsee
geborgen. Die Häufung der Starfighterabstürze in der Bundeswehr beunruhigt
Mittlerweile längst die Öffentlichkeit und die Politik. In Debatten wird
über Sicherheit und Zuverlässigkeit des Flugzeugs diskutiert. Einer der
Gründe, weshalb die Maschine in Deutschland den Ruf als „Witwenmacher“ bekam
ist, dass Deutschland sehr viele von diesen Maschinen besaß und die
Ausbildung der Piloten und Technikern nicht ausreichend war. Die deutsche
Version F-104G war vollgestopft mit Zusatzgeräten und Ausrüstung, was das
Flugverhalten der ohnehin schwer zu manövrierenden Maschine negativ
beeinträchtigte. Das das Flugzeug in Deutschland alle Varianten als Jäger,
Jagdbomber, Bomber, Aufklärer usw. auf einmal erfüllen sollte und die
Flugzeuge zum Teil für Missionen eingesetzt wurden, die für dieses Flugzeug
nicht konzipiert waren, kam es immer wieder zu Unfällen. Die meisten
Flugplätze und deren Infrastruktur der noch relativ jungen Bundeswehr
befanden sich mit Einführung der neuen Flugzeuge noch im Aufbau. Im zweiten
Weltkrieg besaßen Flugplätze in der Regel nur eine größere Halle, auch Werft
genannt. Dort kamen die Flugzeuge nur zur Wartung oder Reparatur hinein. Im
Anschluss kam das Flugzeug wieder nach draußen. An dieser Tatsache hatte
sich auch in der Anfangszeit nach dem Krieg nichts geändert. Die mit
modernster und anfälliger Technik vollgestopften Starfighter standen bei
Wind und Wetter, Sonne, Regen, Schnee, Hitze, Kälte usw. ungeschützt im
Freien. Auch die Tatsache, dass die Maschine nur ein Triebwerk
besitzt, trägt zur Häufung der Unfälle bei. Nach dem Bau von
Flugzeugschutzbauten (Shelter), und neuen Hallen war zumindest das
Witterungs-Problem weitgehend gelöst. Alle nach dem Starfighter von der
Bundeswehr gekauften Flugzeuge besaßen mindesten zwei Triebwerke.
Seit November hat die Hauptwache Jagel einen neuen Blickfang für ankommende Besucher und Geschwaderangehörige. Die Sea Hawk (VA+234) mit der im Jahr 1963 der HG Metzger seinen tollkühnen Alleinflug machte, wurde dort als „Gate Guard“ aufgebaut. |
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1967
ungebetener Besuch |
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Trotz der
Zwischenfälle im Februar verlief der Flug- und Ausbildungsbetrieb
der Starfighter stramm weiter. Vom Ausbildungsstand machte sich am
10. Mai, General
Darling (CHINCNORTH) während eines Besuches in
Jagel, selbst ein Bild. Nur einen Tag später wurde im Rahmen der
Wehrbetreuung die neue Minigolfanlage des Geschwaders eingeweiht. Am
17. Mai besucht
Herbert Wehner, SPD (Minister für gesamtdeutsche
Fragen) den Fliegerhorst des MFG1.
Am 22. Mai
stürzte OLtzS Lange kurz nach dem Start in Nörvenich wegen eines
Kompressor-Stalls, verursacht durch einen Fremdkörper (FOD) im
Triebwerk ab. Er konnte seinen Starfighter (VA+133) sicher mit dem
Schleudersitz verlassen. Am Boden wurde eine Person durch
Trümmerteile beim Aufschlag des Flugzeugs schwer verletzt.
Das Geschwader hatte sich für den NATO-Schießwettbewerb „BULLS EYE“
im norwegischen
Sola (Stavanger) hohe Ziele gesteckt.
Zum ersten Mal sollte das MFG1
vom 19. bis 29. Juni an dieser Übung teilnehmen. Dafür verlegte die
2. Fliegende Staffel unter dem Kommando von KKpt
Ziebis
nach Norwegen. Da die Übung jedoch
gründlich in die Hose ging und der Verband so schlecht abschnitt,
wurde sogleich ein Übungsschießabschnitt im italienischen Deci
gebucht. Von Juni bis August verlegt dafür ein
Kommando des Geschwaders mit kompletter Wartung, Instandsetzung und
F-104. Es ist das erste Mal, dass ein Kommando für längere Zeit
außerhalb Jagels tätig ist. Gute Wartung und Instandsetzung und
dieses Mal respektive gute Schießleistungen der Piloten (anders als
noch zuletzt in Norwegen) zeigen das hohe Maß an Motivation unter
allen Kommandoteilnehmern. Innerhalb dieses kleinen Kontingents wird
Kameradschaft und Hilfe zwischen Piloten, der Wartung und
Instandsetzung sehr groß geschrieben. In der Zwischenzeit hat
die eigene Fliegerhorst-Feuerwehr in Jagel alle Hände voll zu tun.
Am 26. Juli muss sie zu einem Großbrand in der Schleswiger
Heereskaserne „Auf der Freiheit“ (ehem. Fliegerhorst Schleswig/See)
ausrücken.
Eine
Fouga Magister (SA+104) des Geschwaders die als Schulungsflugzeug
eingesetzt war, stürzte am 21. September in der Nähe von Stenderup ab. Augenzeugenberichten
zufolge, explodierte das Luftfahrzeug in der Luft. Die Besatzung kam
dabei ums Leben. In wie weit man Augenzeugen Glauben schenken kann,
zeigt die Tatsache, dass die Maschine weitgehend komplett an einer
Stelle gefunden wurde. Ein Besatzungsmitglied hatte noch versucht
auszusteigen, wurde aber durch das Leitwerk getötet. Das andere
Crew-Mitglied saß noch immer angeschnallt in seinem Sitz.
Schleudersitze
vom Typ Martin Baker Mk.GZ4 waren ursprünglich für die Nachrüstung
in diesem Flugzeugmuster vorgesehen. Die Umrüstungen wurden dann
aber durch die bereits beschlossene Außerdienststellung dieses
Flugzeugtyps bei Luftwaffe und Marine nicht mehr durchgeführt.
Sicherlich kein Trost für die fliegenden Besatzungen. Bei Luftwaffe
und Marine gingen insgesamt 20 von 265 für Deutschland gebaute
Flugzeuge durch Unfälle verloren. Dabei wurden mind. 23 Piloten
getötet.
Nach fast
zweijähriger Bauzeit wurde im Oktober der neue Tower seiner
Bestimmung übergeben.
KKpt
Jürgen Dubois
wurde am 1. Oktober neuer Kommandeur der Fliegenden Gruppe. Er trat
damit die Nachfolge von FKpt Otto an, der in Zukunft beim
Flottenkommando als A3 Marineflieger FFO seinen Dienst verrichten
wird.
Flottillenadmiral Jung (Kommandeur der Marineflieger) konnte am 7. November Vizeadmiral Vilbert (Chef franz. Seestreitkräfte) als Gast auf dem Fliegerhorst Jagel begrüßen.
Trotz aller Umstände und Zwischenfälle
schaffte es das Geschwader in den Monaten Juni und September zum
ersten Mal jeweils 700 Flugstunden auf
F-104 Starfighter zu
erfliegen. Am Jahresende konnten 11407 Jahresflugstunden auf dem
Konto des Geschwaders verbucht werden. |
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1968
halb Norwegen ohne
Strom |
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Am 5. März wurden durch OLtzS Hechler die 50.000ste Gesamtflugstunde des
MFG1 erflogen. Gleichzeitig wurde durch OLtzS Behrmann in einem weiteren
Flugzeug die 20.000ste Flugstunde des Geschwaders auf
F-104 Starfighter
erflogen. 20.000 Flugstunden entsprechen in etwa 9.000.000 Nautischen Meilen
(etwa 16.700.000km). Das würde etwa 417 Erdumrundungen oder 46 Reisen zum
Mond entsprechen. Ein einzelner Pilot hätte dafür 1855 Tage oder 2 Jahre, 4
Monate und 5 Tage ununterbrochen im Cockpit sitzen müssen.
Leider verlief auch dieses Jahr nicht ohne Flugunfall. Am 4. April stürzte
KptLt Fischer mit seiner F-104 (22+27) in der Nähe von Eckernförde ab und
starb. Es war der 79. Verlust eines Starfighters der Bundeswehr bei dem bis
dahin bereits 39 Piloten ihr Leben verloren. Die Unfallursache konnte nie
abschließend geklärt werden.
Zu einem Truppenbesuch traf sich Herr
Léo
Cadieux (Verteidigungsminister Kanada)
mit seinem deutschen Amtskollegen
Dr. Gerhard Schröder am 23. April in
Jagel.
Kommodore, KptzS
Luther begrüßt am 20. Mai die Teilnehmer des
Schießwettbewerbs „BULLS EYE“. Dieser Wettbewerb dauert 10 Tage und die etwa
50 Teilnehmer kamen mit 28 Flugzeugen aus sieben verschiedenen Einheiten von
der US-Air Force, der norwegischen und der deutschen Luftwaffe. Um sich den
Wettbewerb vor Ort anzusehen kamen General
Darling (CINCNORTH) und
General Rasmussen (Kommandeur Landstreitkräfte Nordeuropa) in kurz
aufeinander folgenden Abständen zu Besuch nach Jagel. In der
Endabrechnung dieses Wettbewerbes belegte die 1.Staffel des MFG1 den dritten
Platz. In der Einzelwertung kam KptLt Seeck auf einen hervorragenden zweiten
Platz. Den fünften Platz bei den Schießwettbewerben belegte KKpt Zander.
Ein Richtfest besonderer Art wurde am 28. Mai im Unterkunftsbereich in Kropp
begangen. Gleich 15 neue, zweigeschossige Blöcke wurden gebaut und sollen
nun fertig gestellt werden. Für diese Bauarbeiten wurde das Kasernengelände
um 18 Hektar vergrößert und ist damit jetzt fast doppelt so groß wie bisher.
Als weitere Bauabschnitte sind ein San-Zentrum, Offiziersunterkünfte, ein
Dienstgebäude für die StOV und eine Sporthalle geplant.
Vom 9. - 13. Juni fand im Geschwader nach fünf Jahren Pause wieder ein „TAC
EVAL“ (Geschwaderüberprüfung auf NATO-Ebene) statt, welches von allen
Teilnehmern erfolgreich beendet wurde.
Am 5. Juli beging das MFG1 mit einem großen Geschwaderappell sein 10jähriges
Bestehen. Im Beisein vom VAdm
Hetz (Befehlshaber der Flotte), FAdm
Jung
(Kommandeur der Marineflieger) ließ KptzS
Luther (Kommodore) die 10 Jahre
Revue passieren.
Nahezu 55.000 Flugstunden wurden bis dahin „produziert“. Der Arbeitsaufwand
betrug gesamt ca. 12.000.000 Arbeitsstunden, wobei ca. 80.000.000 Liter
Kraftstoff verbraucht wurden. 127 bauliche Veränderungen konnten in den
vergangenen 10 Jahren registriert werden. Darunter befanden sich Hallen,
Unterkünfte, Werkstätten, Startbahnen usw... Auch die Gemeinde Kropp kam
nicht zu kurz. Sie entwickelte sich zur drittgrößten Gemeinde des Kreises
Schleswig-Flensburg. Mehr als 200 Familien fanden hier ein neues zu Hause.
Der Fliegerhorst war zu einer Drehscheibe und das Geschwader zu einem
Vorzeigeverband für VIP‘s aus aller Welt geworden. Am 6. Juli wurde das 10
jährige Jubiläum mit einem kleinen Tag der offenen Tür gefeiert. Zirka
15.000 Besucher waren begeistert nach Jagel gekommen um sich von den
fliegerischen Leistungen, den Ausstellungen und den Vorführungen am Boden
und in der Luft selbst ein Bild zu machen. Von den 5000 Portionen
Erbsensuppe blieb nichts mehr übrig.
Wie bereits im letzten Jahr verlegt von Juni bis August wieder ein kleines
Kommando, bestehend aus Piloten, Technikern und eigenen Starfightern nach
Deci/Sardinen. Während der Übungsflüge über dem Mittelmeer wird der
taktische Waffeneinsatz auf Seeziele in verschiedenen Flughöhen und
Übungsszenarien gelehrt und geübt.
Im September meldete die Geschwadereigene Fahrschule seinen 1.000sten
Fahrschüler. Zu den Fahrschülern in der Vergangenheit gehörten u.a. der
jetzige Kommodore KptzS Luther, diverse Kommandeure, Militärärzte und ein
Militärpfarrer.
Am 3. September löste KKpt Cyss als neuer Kommandeur Technische Gruppe seinen Vorgänger FKpt Klemmusch ab.
Jeder Pilot hofft, dass dieser Fall niemals eintritt
und man immer wieder heil und unversehrt festen Boden unter die Füße
bekommt. Ab und an kommt es aus den unterschiedlichsten Gründen aber dennoch
vor, dass man das Cockpit in einer Notsituation mit dem Schleudersitz
verlassen muss. Mit etwas Pech passiert der Vorfall über offener See, bei
Nacht oder widrigstem Wetter. Damit man nicht vollkommen unvorbereitet in
eine solche Situation stolpert und sich fürs Erste selbst helfen kann,
werden Piloten im Sea Survivals Training auf das Überleben auf hoher See
ausgebildet. Dort wird vermittelt wie der Schleudersitzausstieg von statten
geht, welche Handgriffe nötig sind solange man am Fallschirm hängt, wie man
sich nach der Wasserung aus dem Gurtzeug befreit, mit Wind und Wellen
zurechtkommt, ins Schlauchboot gelangt, sich bemerkbar macht oder kurz
gesagt, ÜBERLEBT. Mehrmals im Jahr finden vor der Küste von Sylt Kurse statt, in denen gefahrlos genau diese Situation geübt wird. Jeder Pilot der Marineflieger nimmt mindestens einmal daran teil. Der 7. September war wieder ein solcher Übungstag. Nachdem sich die Piloten in ihr Schlauchboot „gerettet“ hatten, sollten sie nach einiger Zeit durch einen Hubschrauber vom Typ H-34G des MFG5 gerettet werden. Aus der Übung wurde schnell ernst, nachdem der Motor des Hubschraubers an Leistung verlor, dieser dann auf die Wasseroberfläche aufprallte und selbst in der Nordsee zu versinken drohte. Die Crew war schnell gerettet und blieb unverletzt. Die 81+03 musste nach der Notwasserung als Totalschaden abgeschrieben werden.
Zur Teilnahme am NATO-Manöver „SILVER TOWER“ verlegte das Geschwader am 18. September mit zahlreichen Technikern, zwölf Piloten und Maschinen nach Ørland/Nordnorwegen. Am 25. September gingen auf dem gesamten Flugplatz und in der Region Ørland plötzlich alle Lichter aus. Auf dem Flugplatz sprangen die Notstromdiesel an und die Feuerwehr eilte zur Startbahn. Was war geschehen? Während eines Manövereinsatzes legten zwei F-104G Starfighter des MFG1 die Stromversorgung in halb Norwegen lahm. Weil die Landebahn kurzfristig gesperrt war, mussten die beiden Maschinen durchstarten und überflogen einen Fjord nördlich von Trondheim. Zu spät bemerkten sie, die nahe der Ortschaft Trongsundet über dem Wasser des Verrasundfjord verlegten Hochspannungsleitungen. Der Rottenführer zerriss mit dem Höhenleitwerk der 22+70 eine Leitung, während die zweite Maschine (22+30) von der zerrissenen Leitung am Cockpit getroffen wurde, so dass das Kabinendachglas „erblindete“. Beide Maschinen landeten später stark lädiert aber sicher in Ørland. Da die Flugzeuge nun fluguntauglich waren, wurden sie von den Technikern für einen Lufttransport jeweils im Bauch einer C-124C Globemaster II der US-Air Force vorbereitet und anschließend zur Reparatur nach Manching ausgeflogen.
Am 1. Oktober wechselte KKpt
Ziebis
von seinem Kommandeursposten im MFG1 in das MFG2 und übernahm dort als
Kommandeur die Fliegende Gruppe.
Bei einer Geschwadermusterung am 11. Oktober übergab der Kommodore, KptzS Luther
die Führung des MFG1 an seinen Nachfolger KptzS Reger. KptzS Luther
wechselte in die Führungsspitze nach Bonn. |
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1969
Bundeskanzler Kiesinger
zu Besuch |
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Die Sportfluggruppe verbuchte im Februar
ihre 1.000ste Flugstunde. Am Steuerknüppel der Jubiläumsmaschine saß der
Leiter der Gruppe, KptLt Gerdes.
Sir Charles Elworthy
(Chef des Verteidigungsstabes der brit. Streitkräfte, Marshal of the Royal
Air Force) besuchte am 21. März den Fliegerhorst des MFG1 in Jagel.
Durch Selbstentzündung einer, unter der
Tragfläche angebauten Rakete, wurde am 25. März ein Soldat des MFG1 schwer
verletzt. Mit schweren Verbrennungen und einem Schock wurde er mit dem
Hubschrauber zur Uni-Klinik Kiel transportiert. Leider liegen keine weiteren
Erkenntnisse über seine Genesung vor.
Am 1. April wurde KKpt Seidenbusch neuer
Kommandeur der Horstgruppe.
Weiterer hoher Besuch kam am 9. April ins
Geschwader. General
Ulrich de Maizière (Inspekteur der Bundeswehr) führte
Gespräche mit Piloten und nahm als Beobachter am Nachtflugbetrieb teil.
Bundeskanzler
Dr. Kurt Kiesinger
besuchte am 5. Mai im Rahmen eines Flottenbesuches des MFG1. Er wurde durch
den Kommodore, KptzS Reger begrüßt. Begleitet wurde der Kanzler von
Staatssekretär
Karl Carstens
und zwei Admirälen.
Vom 22. - 24. April standen Checker des
„TAC EVAL“ Teams vor der Haustür und überprüften
alle Bereiche des Geschwaders. Das Personal der
Wartungsstaffel wurde aufgrund der erbrachten Leistungen mit einer hohen
Anerkennung gewürdigt.
Vom 16. - 30. Juni nahmen zwei Mannschaften am „BULLS
EYE ´69“ im dänischen Skrydstrup teil. Das
Wetter spielte meistens mit und auch der
Klarstand der Flugzeuge war perfekt. Das Endergebnis hinkte in diesem Jahr
allerdings weit hinter den eigenen Vorstellungen hinterher und enttäuschte.
Sechs
Buccaneer
der Royal Air Force waren vom 21. - 26. Juni im Rahmen eines
Staffelaustausches zu Besuch in Jagel.
Dass das Geschwader nicht nur die
Fliegerei im Kopf hat, bewiesen der Kommodore und der Kommandeur Technische
Gruppe am 7. August. Sie besuchten das Waisenhaus „Elisabetheim“ in Havetoft und überbrachten den
Kindern diverse Spielgeräte, u.a. eine große Rutsche, ein Klettergerüst und
eine Schaukel. Die Freude war Riesengroß.
Vom 16. - 22. September nahm das
Geschwader am Herbstmanöver „CHINA COAT“ teil. Anders als noch beim letzten
„BULLS EYE“ waren die beteiligten Mannschaften mit dem Ergebnis zufrieden.
Am 29. September schafften es die
Techniker genügend flugklare Flugzeuge zur Verfügung zu stellen, damit KptLt
Ostermann mit der 22+16 die 1.000ste. Flugstunde des Geschwaders innerhalb
eines Monats absolvieren konnte.
Im Oktober konnte die Einweihung des
neuen Hobbyzentrums durch den Kommodore, die Kommandeure und „Spieße“
vollzogen werden. Für die Soldaten standen damit 2 Holzbearbeitungsräume, 1
Metallbearbeitungsraum, 1 Fotolabor, 1 Billardraum und eine Bücherei mit
über 1000 Büchern zur Verfügung.
Eine fliegerische Glanzleistung gelang
KptLt Worms am 5. November. Obwohl ihm schon beim Start das Bugrad abknickte
und wenig später der linke Hauptfahrwerksreifen platzte, entschloss er sich
den Start mit Funkenschlagendem Bugfederbein durchzuführen. Das Bugrad ging
derweil schon längst seine eigenen Wege. Durch einen zweiten Piloten wurde
KptLt Worms über die Schäden an seiner F-104 Starfighter informiert. Er
verflog überflüssigen Kraftstoff und bereitete sich auf die Notlandung vor.
Die Feuerwehr nutzte die Zeit um die Landebahn einzuschäumen. Nach zwei
Probeanflügen gelang ihm eine saubere Landung. Mit dem Aufsetzten auf dem
letzten verbliebenen Rad, einem sanften Aufsetzen auf dem bereits recht kurz
geschliffenen Bugfederbein, dem ziehen des Bremsschirms und starkem Bremsen
brachte er es fertig, die Maschine auf der Landebahn zu halten und hinter
dem Schaumteppich zum Stehen zu kommen. Das letzte verbleibende Rad platzt
beim Aufsetzen auf die Landebahn und zeigte damit, dass ein Unglück selten
allein kommt.
Die neue Sporthalle im Unterkunftsbereich
Kropp konnte am 21. November offiziell seiner Bestimmung übergeben werden.
Anfang Dezember stattete der neue
Bundesverteidigungsminister
Helmut Schmidt
dem Geschwader seinen Antrittsbesuch ab. |
1950-1959 | 1960-1969 | 1970-1979 | 1980-1989 | 1990-1994
[Quellen- und Literaturnachweis]
| *1 |
Jahr 1960,
Flugunfall mit Sea Hawk - Name des Piloten ist bekannt, Der Webmaster
wurde von der Familie des Unfallopfers gebeten, seinen Namen aus der
Chronik, der Unfallübersicht und auch aus allen, die Webseite,
betreffenenden Zusammenhängen zu löschen bzw. unkenntlich zu machen. |