Staffelübersicht | Stab Fliegerhorstgruppe | Flugabwehrstaffel
FLUGABWEHRSTAFFEL (01.Apr.1971 - 30.Jun.1992)
frühere Bezeichnungen der Staffel: keine
spätere Bezeichnungen der Staffel: keine
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Diese personell relativ kleine Flugabwehrstaffel hat den Auftrag, den Fliegerhorst Jagel gegen Luftangriffe aus tiefen und mittleren Höhen gegen Angriffe zu schützen. Mit einer Friedensstärke von gerade einmal 110 Soldaten stellt sie ein wichtiges Instrument der aktiven Verteidigung dar. Aus- und Weiterbildung der Soldaten sowie Wartung und Pflege der Geschütze, Feuerleitgeräte, Stromerzeuger und der Fahrzeuge bestimmen den Alltag dieser Staffel. Höhepunkt eines jeden Ausbildungsjahres sind die Schießplatzaufenthalte auf dem Truppenübungsplatz Putlos und dem Fla-Schießplatz Todendorf.
Ein weiterer unverzichtbarer Teil der Flugabwehrstaffel ist die Ausbildungsgruppe. Hier werden komplette Kampfbesatzungen oder einzelne Kommandanten oder Richtkanoniere in eigens dafür programmierten Übungen ausgebildet und trainiert.
Einundzwanzig Jahre nach Aufstellung der Staffel, wird sie Aufgrund der Geschwaderauflösung mit Wirkung vom 30. Juni 1992 aufgelöst. Das Personal wird in die Flugabwehrstaffeln der MFG2 und MFG3 integriert.
Waffensysteme der Staffel
BOFORS 40mm L70 Zur Erfüllung ihres Auftrages stehen der Staffel von Beginn an (Stückzahl ???) Radargesteuerte Flugabwehrkanonen vom Typ "BOFORS 40mm L70" auf Lafette zur Verfügung. Seine schnelle Feuerrate und die hohe Mündungsgeschwindigkeit machen es zu einer effektiven Vielzweck-Waffe, die es ermöglicht, Luftlandungen und Luftangriffe in niedrigen Höhen wirkungsvoll abzuwehren. Im Gegensatz zu den Flugabwehrkanonen des Heeres, sind auf den Marineflugplätzen des MFG1 (Jagel), MFG2 (Eggebek) und MFG3 (Nordholz) die Geschütze mit einer speziellen Mehrladeeinrichtung mit einer Vorladung von 144 Schuss versehen. Bis auf die Manöverpatronen verfügten alle Munitionssorten über eine Leuchtspur. Die optimale Kampfentfernung gegen Luftziele lag in etwa bei 3200-3600m. Die Kanone mit ihrem 2,80m langen Rohr konnte sowohl manuell über das NIFE-Reflexvisier, als auch automatisch über das Feuerleitgerät Deisswil VII B "SUPER FLEDERMAUS" gerichtet werden. Die effektive Reichweite des Feuerleitgerätes betrug 50km im Such-Modus und 40km im Verfolgen-Modus.
Ein Zug bestand aus:
1x Feuerleitgerät DEISWIL D7B
„Superfledermaus“
3x BOFORS L70/40mm
2x Stromerzeugeraggregat 50kVA (auf Anhänger
mit Tragebrücke montiert.) Die Zielverfolgung des Feuerleitgerätes wurde von einem komplett Röhrengestützten Analogrechner bzw. durch manuelle Verfolgung mit automatischer Aufschaltung durchgeführt. Die Übertragung der Signale an die Geschütze erfolgte über Feldmäßig verlegt Steuerleitungen. Es konnte ein Flugziel verfolgt und bekämpft werden, wobei alle 3 Kanonen elektrisch angesteuert wurden. Das Richtgerät hatte eine Servosteuerung (mittels Thyratron) und war manuell per Joystick bedienbar. In der Praxis wurden immer alles drei Geschütze, wie bereits beschrieben, per Fernsteuerung mit dem Analogrechner eingerichtet. Die Nahsteuerung der Geschütze wurde jedoch durch die Geschütz-Mannschaft betrieben. Das Bodenradar hatte eine Impulsleistung von 150kW (mittels Magnetron), sowie eine Reichweite von 70km. Die Stromversorgung erfolge über einen MAN Diesel mit 50kVA Generator, der auf einem Anhänger mit Tragbrücke montiert war. Die Tragebrücken waren absetzbar, damit die Motorschwingungen nicht das Fahrgestell belasteten. In den Marinefliegergeschwadern war das Geschütz jedoch auf einer gezogenen Kreuzlafette montiert. Der Aufbau dauerte dadurch ein wenig länger, dafür war die Treffergenauigkeit höher. Ein Grund für die gezogene Kreuzlafette dürfte auch sein, daß die Geschütze im Ernstfall in erster Linie die eigenen Flugplätze geschützt und verteidigt hätten.
ROLAND In der zweiten Jahreshälfte 1988 wird der Nachfolger, das Waffensystem "ROLAND" (FRR) beim MFG1 in Dienst gestellt. Die ersten beiden Einheiten wurden jeweils auf den 1.Fla.Rak.-Zug und den 2.Fla-Rak.-Zug aufgeteilt. Beim ROLAND handelt es sich um ein System, welches in einem Container integriert auf einem LKW montiert ist. Das System kann unabhängig von äußeren Energieversorgungen oder Sensoren betrieben werden, da es über eine eigene Energieversorgung verfügt. Das Bordeigene Suchradar hat eine Reichweite von mind. 16 Kilometern. Die Lenkflugkörper werden mittels manueller bzw. automatischer Steuerung auf ihr Ziel geleitet. Reparaturen an der Waffenanlage werden von der Staffeleigenen Wartungs- und Instandsetzungsgruppe durchgeführt.
Die Schießplätze Todendorf und Putlos Der Truppenübungsplatz Todendorf liegt nördlich, etwa 6km von Lütjenburg entfernt, direkt an der Ostsee. Er besteht aus mehreren Schießbahnen für leichte Geschütze (20-40mm), sowie aus verschiedenen Schießständen für leiche Waffen (z.B. Maschinengewehr) zur Flugabwehr. Die Schießbahn besteht aus mehreren Zonen und befindet sich gerade einmal ca. 30m von der Ostseeküste entfernt. In der 1. Zone befinden sich die Kanonenstellungen. In der 2. Zone beziehen die Feuerleitgeräte und Stromerzeugeraggregate Aufstellung. Beiden Zonen werden durch etwa 40m Rasenfläche voneinander getrennt.
In der Mitte der Schießbahn, in der Hinteren Zone, befand sich der Kommandoturm
(Tower). Die Zieldarstellung wurden von der
OV-10B
Bronco und der
Fiat G.91
geflogen. Von der Bronco wurde ein Schleppsack (ca. 4m lang, 50 cm Ø,
Kupferdurchwebter Stoff mit vorgesetztem Transmitter) gezogen. Bei diesem
Transmitter handelt es sich um ein Mikrofon, daß die Geräusche der vorbei
fliegenden Geschosse akustisch aufnimmt und der 3-, 6-, 9- und 12 Meter
Trefferzone um den Schleppsack herum zuordnet. Dieser Schleppsack wurde an einem ca.
1200-1500m langem
Das Feuer auf's Schleppziel der Bronco durfte erst eröffnet bzw.
freigegeben werden, wenn die Maschine über Land war (Freigabe durch
Sicherheitsoffizier mittels Drucktaster Ampelanlage) Von der G.91 konnten zwei Bombenförmige Schleppkörper aus Hartschaumstoff (Seillänge 3200-3600m) gezogen werden. Diese befanden sich in einer Art Korb an den Tragflächen. Dort waren auch die Seilbehälter mit den Seilwinden befestigt. Im Notfall konnte das Seil gekappt werden. Im Schleppkörper war ebenfalls ein Mikrofon (TAS genannt) verbaut, welches als Trefferanzeigesystem diente. Anders als die Bronco mit ihrem Schleppsack, durfe die G.91 mit angebrachtem Schleppkörper nicht über Land geflogen werden. Daher wurden Schleppkörper auch nie über dem Übungsgelände abgeworfen. Die Maschine flog im XY-Kurs vor der Feuerstellung über der Hohwachter Bucht. Hier wurde das Feuer aufs Ziel erst eröffnet, wenn sich das Schleppflugzeug im Wechselpunkt befand. Deshalb und wegen der höheren Geschwindigkeit der Flugzeuge kommt die so extrem lange Seillänge zustande.
Der Truppenübungsplatz Putlos befindet sich nordwestlich von Oldenburg/Holstein und grenzt teilweise direkt an der Ostsee. Der
Erdzielschießplatz Putlos bestand aus vielen Schießbahnen für alle möglichen
Waffen. Die
Trefferermittlung erfolgte Optisch.
Die Luftziele/Zieldarsteller
Die Fiat G.91 wurden durch die Lufthansa-Tochter Condor betrieben. Am 1. Oktober 1966 erhielt die Condor Flugdienst erstmals als privates Unternehmen den Auftrag, mit Flugzeugen Luftziele zu simulieren. Dazu wurden in den ersten Jahren sechs F-86 Sabre eingesetzt, die mit Schleppzielen aus Pappe, Textil oder Kunststoff ausgerüstet waren. 1974 wurden die Maschinen durch vierundzwanzig Fiat G.91 ersetzt. 1976 verlegten diese Flugzeuge vom bisherigen Standort Westerland/Sylt auf den Fliegerhorst Hohn. Am 24. Mai 1989 wurde dann die GFD als Tochter der Condor und der Aero-Dienst gegründet, um mit einem wirtschaftlicheren zivilen Flugzeugmuster Zieldarstellung zu fliegen. Die Firma GFD fliegt noch heute mit Learjet 31, Learjet 35 und Learjet 36 Zieldarstellung für die Bundeswehr.
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Ich bedanke mich bei den Schreibpaten und freue mich
über jede weitere Unterstützung.
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